Impuls#16

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„Du, du hältst dich wohl für etwas besseres, guck dich doch mal an, hast du jetzt die Aufmerksamkeit die du wolltest?! Was willst du denn schon wieder hier? Du gehörst nicht zu uns! Kapiere es endlich!!!“

Ja wie oft geht es vielen Menschen heutzutage so, wie damals Jesus? Wie oft werden Menschen von anderen und vor anderen vorgeführt, bloß gestellt, gedemütigt, blamiert, abgekanzelt. In solchen Momenten/ Situationen verlierst Du dein Ansehen, deine Würde geht verloren du stehst mit leeren Händen da, hast nichts mehr vorzuweisen, kommst dir vor wie ein Häufchen Elend.
Waren wir vielleicht selber schon einmal in so einer Situation in der wir Demütigung erfahren mussten? Oder haben wir selber schon einmal Menschen gedemütigt? Wenn ja, warum?
Was veranlasst uns andere Menschen schlecht darzustellen? Wollen wir den anderen am Boden sehen? Machen wir uns dadurch größer und stärker und fühlen uns so mit mächtiger? Und was gibt uns überhaupt das Gefühl dass wir uns mächtiger sehen wollen als andere Menschen? Seht, da ist der Mensch! Pontius Pilatus führt Jesus mit diesen Worten vor. Auch die Soldaten verspotteten ihn, Jesus, mehrfach! Pilatus spricht aber die Wahrheit ohne es zu wissen: “Seht, der Mensch!” Jesus ist “der Mensch”, der Mensch schlechthin
Gott hält uns mit ihm einen Spiegel vor. Wir schauen in den Spiegel und sehen einen Menschen in einer falschen, wertlosen Königstracht: Purpurgewand, Dornenkrone, ein Rohrstock als Zepter. Das sind wir! Wir schmücken uns gern mit Königskleidern - all die Dinge, die uns und anderen zeigen sollen, wie gut wir unser Leben beherrschen. Unser Purpurgewand ist alles, womit wir meinen, sicher ausgesorgt zu haben, das volle Bankkonto, die Wohnung, die uns keiner nehmen kann. Unsere Krone ist unser wohlverdientes gutes Ansehen in unserer Gesellschaft, unser guter Ruf, unsere Frömmigkeit, mit denen wir uns nach Außen präsentieren, um zu zeigen, dass wir unser Leben im Griff haben, ohne Probleme und ohne Risse. Was tun wir nicht alles, um das Gesicht zu wahren! Unser Zepter sind die stolzen Ansprüche an andere, die wir vor uns hertragen: Sollten unsere Kinder uns nicht dankbar sein? Sollte unser Ehepartner nicht endlich so werden, wie wir es wollen? Sollte unsere Gemeinde nicht endlich von Liebe erfüllt sein.
Ja, Gott hält uns in Jesus den Spiegel vor. Wer Jesus vertraut, braucht keine falsche Königstracht mehr. Welche Befreiung, wenn wir endlich den Purpurmantel unser falschen Sicherheiten, die falsche Krone unseres Ansehens vor anderen Menschen und das falsche Zepter unserer Ansprüche an andere und uns selbst fortwerfen können. Welche Befreiung, wenn wir endlich ehrlich sein können vor anderen und vor uns selbst, weil Gottes Liebe, und Treue unsere Sicherheit ist. Welche Befreiung, wenn wir durch Gottes Liebe einander in Liebe annehmen können. Seht, der Mensch! Er macht uns frei zum Leben.
Lasst uns auch unseren Blick weiten und uns auf die Seite der Notleidenden und Armen stellen und stellvertretend für all diejenigen die heutzutage noch ausgegrenzt und an den Rand gedrängt werden laut sagen „Seht, Da ist der Mensch“.