Impuls#14

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„Du warst es!!“ „Du bist schuld“ Wir leben in einer Zeit, in der die Schuldfrage sehr präsent ist. Wenn etwas passiert wird nach einem Sündenbock gesucht.
Wer ist Schuld? Wer ist beispielsweise Schuld an den Kriegen in unserer Welt und das dadurch so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen? Wer ist Schuld am Klimawandel?
Wer ist Schuld an der Zerstörung des Regenwalds und vieler Tierarten?
Sind es die Mächtigen in Politik und Wirtschaft? Bin ich es? Seid ihr es? In der Fastenzeit ist in den Schrifttexten, Gebeten und Liedern oft die Rede von unserer Schuld. Wir tun gut daran, zu unterscheiden zwischen oft schrägen und vielleicht auch eingeredeten Schuldgefühlen und tatsächlicher Schuld im Sinne von schädlichem und verantwortungslosen Handeln.
Wir hören von den Ungerechtigkeiten jeden Tag, ja fühlen uns sogar vielleicht kurz schlecht und dann? – NICHTS! Viele von uns handeln nicht großartig, weil wir denken dass es eh nichts nützt. Aber ist das nicht auch unsere christliche Verantwortung? Nicht wegzuschauen, wo Unrecht geschieht, sondern hinzuschauen und viel mehr noch etwas zu ändern? Nicht immer den einfachen Weg zu wählen, der für uns am bequemsten ist, sondern den, der vielleicht jemand anderem mehr hilft als uns selbst? Wie sieht es bei uns aus mit dem schuldig werden? Schuldig werden vor uns selbst, vor anderen, vor Gott.
Nehmen wir uns doch gerade jetzt in der Fastenzeit vor, vermehrt darauf zu achten wie wir von der Frage der Schuld zum handeln an unseren nächsten kommen. Momente dafür einplanen.
Momente, in denen ich einmal kurz nicht mich in den Vordergrund stelle, sondern meinen Nächsten.
Momente, in denen ich etwas nicht mache, bloß weil alle das so machen. Momente, in denen ich mich für andere stark mache.
Momente, in denen ich den Mut habe, mich gegen die Meinung vieler für das Richtige einzusetzen.
Momente, in denen ich als Christ handle, für andere, so dass die Welt besser wird.